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3. DSI Innovationstag in Maulbronn
Unter dem Motto "Laser-Reparaturschweißen im Werkzeug- und Formenbau", stand der 3. DSI Innovationstag, der am 23. Januar 2004 in Maulbronn stattfand. Pünktlich begrüßte DSI-Geschäftsführer Christian Frank seine Referenten und die zahlreich erschienenen Gäste. Diese mussten aufgrund der Anzahl etwas enger zusammenrutschen, was jedoch der entspannten Stimmung keinen Abbruch tat.
Im ersten Vortrag berichtete Dipl.-Ing. Volker Lubich von den Edelstahlwerken Buderus über die Erfahrungen von selektiven Laser-Reparaturen im Kunststoff-Formenbau. Konkret führte er am Beispiel eines Werkzeuges zur Herstellung von PKW-Armaturentafeln, das im Bereich einer punktförmigen Narbung Fehlstellen aufwies, aus, warum und wie eine solche Reparaturschweißung mittels Laser durchgeführt wird.
Aufgrund der Größe und der Form des Werkzeuges ist eine Vorwärmung, wie sie beim WIG-Schweißen unverzichtbar ist, so gut wie unmöglich. Als Alternative bot sich eine Reparaturschweißung mittels Laser an, welche ein Arbeiten am kalten Werkstück erlaubt. Durch das Know-How von DSI gelang es selbst an der schwer zugänglichen Stelle die Fehlstellen der Narbung in einwandfreiem Zustand auszubessern.
Über die Auswirkungen von verschiedenen Schutzgasen auf die Laser-schweißung referierte Cerkez Kaya vom Gaslieferanten Messer in Griesheim. Im Vergleich einer Schweißung unter hundertprozentiger Argon-Atmosphähre zeigte eine Versuchsreihe, dass bei Zugabe von Sauerstoff bzw. Kohlenstoff das Ergebnis zum Teil erheblich beeinflusst werden kann. So ließe sich ein besseres Gefüge für Laserschweißung ebenso erzielen, wie eine geringere Rissbildung bei gleichzeitiger Steigerung des HRC-Wertes.
Presswerkzeuge in der Automobilindustrie beeindrucken nicht nur durch ihre Größe sondern auch durch die Tatsache, dass diese eine lange Laufzeit aufweisen müßen und einen hohen Wert darstellen. Entsprechend sorgfältig muss bei Veränderungen an diesen Formen vorgegangen werden. Veränderungen können Reparaturen ebenso sein, wie Änderungen am Fahrzeug-Design. Herr J.Nagel von DaimlerCrysler zeigte anhand von verschiedenen Beispielen sehr anschaulich die Problematiken und deren Lösungsmöglichkeiten auf. Konventionelles Schweißen ist bei Ziehwerkzeugen in vielen Fällen wegen des hohen Kohlenstoffanteiles von 3,2% - 3,6% des verwendeten Graugusses ebenso ungünstig, wie ein Vorwärmenen wegen der Größe unmöglich ist.
Durch den Einsatz von Laser-Reparaturschweißen können jedoch viele Applikationen bewerkstelligt werden. Und das auch bei zum Teil erheblicher Kosten- und Zeitersparnis. Die beispielhaft aufgeführte Formänderung an der Dachkontur konnte bei DSI Laser-Service um etwa 35% günstiger durchgeführt werden, als das mit konventioneller Schweißtechnik möglich gewesen wäre.
Sicherlich auch ein Grund hierführ ist der Vor-Ort-Schweißservice von DSI, mit dem der Transport von großen Formen entfällt.
Über ähnliche Erfahrungen berichtete Herr Dr. Gerd Kuscher von der SLV Hannover in Hannover. Schnelle und äußerst präzise Reparaturen wurden hier beispielsweise an Formen zur Herstellung von Kunststoffteilen für den Automobilbau oder die Reifenproduktion durchgeführt, jedoch verwieß Herr Dr. Kuscher auch darauf, dass bislang fehlende Normungen es manchem Auftraggeber schwer machen, die erfolgreichen und qualitativ hochwertigen Laser-Reparaturschweißungen auf das jeweilige hausinterne QS-System zu adaptieren.
Im letzten Vortrag des Tages gab DSI-Geschäftsführer Christian Frank noch einen sehr konkreten Ausblick auf die Zukunft des Laser-Reparaturschweißens. Der Werkstoff Aluminium mit seinen Legierungen rückt hier in den Mittelpunkt des Interesses. Was bislang mit konventioneller Laserschweißtechnik nur schwerlich zu bewerstelligen war, gelingt mit dem neu vorgestellten Laserdiffusions-Schweißsystem scheinbar mühelos. Herr Frank zeigte hier einige überzeugende Beispiele: So wurde eine abgebrochene Kühllamelle eines Motorradzylinderkopfes ebenso wieder erfolgreich repariert, wie ein ausgebrochenes Gewinde an einem anderen Bauteil.
Die Laserdiffusions-Schweißtechnik wurde von DSI in Zusammenarbeit mit IPS, Göppingen entwickelt und befindet sich zur Zeit noch im letzten Versuchsstadium. Ab zirka April diesen Jahres wird das System von DSI Laser-Service für Kundenapplikationen angeboten werden.
Mit dem 3. DSI Innovationstag bewies die Maulbronner Firma dies eindrucksvoll. |
Archiv:
4. DSI Innovationstag am 21. Januar 2005 in Maulbronn
3. DSI Innovationstag in Maulbronn
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